Category: news

Salafistische Hooligans schlagen zu

By , 25/03/2012 22:22

Heute vor dem berühmten Stadttheater in Tunis griffen bärtige Menschen mit radikalislamischem Gedankengut eine Kundgebung von Theatermachern und Schauspielern an. Ein ums andere Mal stellen Salafisten unter Beweis, dass sie gerne zur Terrorisierung der Menschen durch Gewaltexzesse neigen. Im Visier haben sie ganz eindeutig progressive Kräfte, Laizisten und Linke. Die Regierung hat heute wieder verkündet, es sei nicht zu Gewalttätigkeit gekommen. Dabei beweisen Bilder und Augenzeugen verschiedenster Richtungen, dass Salafisten, die Kundgebung vor dem Stadttheater gestürmt und die Menschen mit Eiern und Schuhen beworfen haben. Wie lange noch will die Regierung solche alarmierenden Ereignisse verharmlosen?! Man kann sich den Eindruck nicht erwehren, dass die islamische Partei in der Regierung diese salafistischen Hooligans einsetzt, um Proteste zu bekämpfen und Menschen einzuschüchtern. Nicht selten werden Kundgebungen der progressiven Kräften von Konterdemos der Islamisten überrascht. Die Islamische Partei spielt mit dem Feuer, wo sie eigentlich Punkten könnte. Mit ihrem Verhalten verstärkt sie die Salafisten, was für größeren Unmut bei den Progressiven im oppositionellen linken Lager, aber auch bei den Progressiven in den eigenen Reihen sorgt. Die tunesische Gesellschaft prägt sich allmählich ein schwarzes Bild von der islamischen Koalitionsspartei ein; ein Bild wie die Fahnen der Salafisten. Weiter so Nahdha!

Tunesischer Blogger vom Knast zum Palast

By , 21/03/2012 00:13

Tunesische Blogger im Präsidentenpalast in Karthago

Letzte Woche wurden die tunesischen Blogger zum Präsidentenpalast in Karthago eingeladen. Grund: Der Tag der Internetfreiheit und das Jubiläum des Todes des Internetaktivisten Zohair Yahyaoui. Vor einem Jahr wäre das ein schlechter blöder Witz gewesen, Blogger in Karthago! Und vom Präsidenten persönlich eingeladen! Sind wir wirklich in einer neuen demokratischen Ära, die Ära der Meinungsfreiheit, oder ist das nur ein Versuch, das sich weiterverschlechterte Image des Präsidenten zu verbessern. Darüber wurde heftig in der tunesischen Blogsphäre diskutiert, viele lehnten die Einladung ab, wie die Blogger Fatima, Montassar , Don Arabasta und Myriam Karoui. Der Organisator Wissem Tlili, der Berater des Präsidenten für kulturelle Angelegenheiten, ist übrigens auch ein Blogger, wie der Sprecher der Regierung Adnan Mansar. Blogger besitzen immer mehr führende Positionen in Tunesien nach der Revolution. Ich habe natürlich an die Veranstaltung nicht teilgenommen, da ich zur Zeit in Deutschland bin, aber wäre ich in Tunesien gewesen, dann hätte ich bestimmt die Einladung nicht angenommen, nicht aber aus den von Fatima und den anderen Bloggern genannten „politischen Gründen“, sondern weil ich einfach denke, dass ein Blogger nicht zum Palast gehört. Ein Blogger muss weit weg vom „offiziellen“ Rahmen des Staates bleiben, ein Blogger muss immer am Rande sein, sonst verliert er durch die Norm und die Bürokratie des Staates seine Freiheit, die ihn von “der traditionellen” Presse unterscheidet. Die Gabe am Rande zu sein, ist das teuerste Gut der tunesischen Blogger, und das soll bewahrt werden.
Ein Tag danach standen in Mednin, 500 Km südlich von Tunis, 2 Blogger vor Gericht! Den Präsidenten schien das aber nicht zu interessieren. Es gab keine Reaktion! Und erstaunlicherweise zeigte die tunesische Blogsphäre kein großes Interesse an dem Fall der beiden Blogger!!!!

Pressekonferenz Jebali und Merkel

By , 14/03/2012 19:47

Anonymous greifen islamistische Facebook-Seiten in Tunesien an

By , 13/03/2012 12:34

Gestern wurden viele salafistische Facebook-Seiten von Ananymous gehackt. Durch Häckerei ist es Anonymous gelungen, die Logos der islamistischen Gruppen duch die Flagge Tunesiens zu ersetzen. Ein Sprecher von Anonymous Tunesien, der sich „CaliforniaKB“ nannte, sagte, dass die Hacker keine politische Hintergründe haben. Grund für die Aktion war die zunehmende Gewalt und Extremisums der tunesischen Salafisten, erklärte er. Sie wollten nur die Freiheit der Menschen verteidigen. Ein Salafiste riess die Nationalflagge von Fahnenmast herunter, was eine große Empörung im ganzen Land auslöste, Anonymous mussten deswegen reagieren, fügte der Sprecher von Anonymous zu.
Anonymous erklärten in einem Video, dass sie die Freiheit in Tunesien immer weiter verteidigen werden.

Vom Schein der Scharia in der Gesetzgebung

By , 01/03/2012 12:09

Im Vorhaben der islamischen Partei (Ennahdha) und ihrer Vertreter in der verfassungsgebenden Versammlung soll die Scharia als Hauptstützte für das neue Grundgesetz des Landes gelten. Diese Ansicht, die Ennahdha vehement verteidigt, wird aber sogar von den beiden anderen Regierungsparteien abgelehnt. Das ist schon mal gut und gibt zu hoffen, dass Ennahda mit diesem Ansatz nicht weit kommt. Doch das Problem der Scharia ist komplizierter. Manche Menschen in diesem Land sehen in der Scharia bloß das arabisch islamische Kulturerbe Tunesiens, das von der neuen Verfassung nicht missachtet werden darf. Diese Einstellung beruht auf einem naiven oberflächlichen Verständnis von Islam, Identität und Staatlichkeit; Begriffe, die nicht differenziert genug behandelt werden und in ihrem Mix den Schein einer möglichen Vereinbarung “göttlicher Gebote” – was dies alles auch heißen mag – und moderner Rechtsstaatlichkeit suggerieren. Dass die Scharia aber für Gesetzgebung nicht taugt, beweisen ja bereits die Staaten, in denen laut behauptet wird, (alle) Rechtsgrundsetze seien auf der Scharia-Basis. Denn abgesehen von aus heutiger Sicht hochumstrittenen, menschenunwürdigen und abstrusen Praktiken wie Steinigungen ist die Grundlage der Gesetzgebung, auch in Ländern wie Saudi-Arabien, mitnichten die Scharia, sondern gesellschaftliche Strukturen. Für die Obrigkeit aber ist es sehr wichtig immer den Schein zu erzeugen, alles beruhe auf der Scharia, denn was mit der Scharia vereinbar sei, entspreche dem Gebot Gottes. Dagegen darf man sich nicht auflehnen, Täte man das trotzdem, macht man sich strafbar, auch in den Augen Gottes. Dessen sind sich die Führer der islamischen Partei in Tunesien bewusst. Die Illusion zu verbreiten, man gebe die Gesetzte aufgrund der Scharia, ist in einer konservativen Gesellschaft, die trotzdem religiös nicht bewandert ist, sicherlich für die Herrschaftselite von Vorteil. Die islamische Partei in Tunesien will den Menschen vorgaukeln, man könne die neue Verfassung und die islamische Tradition in Einklang bringen. Das würde die Wenigsten stören. Die böse Absicht dahinter ist aber, die Trennung zwischen Staat und Religion aufzuheben, damit Irdisches mit Göttlichem begründet werden kann. Dann hätten wir am Ende kein Rechts-, sondern ein Gottesstaat; sehr gefährlich.

Foto-Skandal in Tunesien

By , 20/02/2012 00:43

Die Zeitung hatte dieses Bild abgedruckt, das den deutschen früheren National-Fußballer Sami Khedira (heute Real Madrid) und seine unbekleidete Freundin Lena Gercke zeigt.
Der Chef der tunesischen Zeitung Attounissia und zwei seiner Redakteure wurden festgenommen, weil sie gegen die öffentliche Moral verstoßen haben.
Nasreddine Ben Said, Habib Guizani und Hedi Hidhri werden des Anschlages auf die öffentliche Moral beschuldigt, wie ein Sprecher des tunesischen Justizministeriums sagte. Ein Journalist der Zeitung sagte der amerikanischen Washington Post, daß die Redaktion Drohanrufe erhalten würde, in denen angekündigt werden, das Redaktionsgebäude abzubrennen. Die Zeitung wird derzeit von Polizeieinheiten geschützt.

Wohin steuert Tunesien?

By , 17/02/2012 11:45

Hassprediger aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern besuchen Tunesien und halten ihre Vorträge, dabei nehmen sie keinen Blatt vor den Mund. Tunesien wolle nur den Islam und nichts anderes, das Gesetz sei die Scharia, alles Andere teuflische Gotteslästerung und Mädchen müsse man nun auch beschneiden, skandierte ein Fundamentalist aus Ägypten am letzten Sonntag vor 10000 begeisterten Zuschauern in einer Sporthalle in Tunis. Kein Wunder, dass es solche Hassprediger gibt, kein Wunder, dass sie aggressiv und provokativ auftreten. Was mir aber Kopfzerbrechen bereitet ist die Resonanz, auf die solche Prediger in der tunesischen Bevölkerung stoßen. Natürlich hält die Mehrheit der Tunesier nichts von den Parolen dieser Fanatiker, dennoch wird es einem mulmig, wenn man mitbekommt, dass die Zahl der Sympathisanten für diese Prediger doch größer als angenommen ist. Eine nicht zu unterschätzende Bevölkerungsgruppe ist anfällig für religiösen Fanatismus. Das ist ein Problem. Bekämpfen kann man das jedoch nicht durch kurze hysterische Anfälle in den Medien, sondern durch unerbittliche dauerhafte Aufklärungsarbeit in Sachen Religion und Menschenrechte; ein langer Weg.

Tunesien ein Jahr nach der Revolution – ZDF heute journal – ZDFmediathek – ZDF Mediathek

By , 15/01/2012 01:35

Tunesien ein Jahr nach der Revolution – ZDF heute journal – ZDFmediathek – ZDF Mediathek.

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