Gestern wurden viele salafistische Facebook-Seiten von Ananymous gehackt. Durch Häckerei ist es Anonymous gelungen, die Logos der islamistischen Gruppen duch die Flagge Tunesiens zu ersetzen. Ein Sprecher von Anonymous Tunesien, der sich „CaliforniaKB“ nannte, sagte, dass die Hacker keine politische Hintergründe haben. Grund für die Aktion war die zunehmende Gewalt und Extremisums der tunesischen Salafisten, erklärte er. Sie wollten nur die Freiheit der Menschen verteidigen. Ein Salafiste riess die Nationalflagge von Fahnenmast herunter, was eine große Empörung im ganzen Land auslöste, Anonymous mussten deswegen reagieren, fügte der Sprecher von Anonymous zu.
Anonymous erklärten in einem Video, dass sie die Freiheit in Tunesien immer weiter verteidigen werden.
Hassprediger aus Saudi-Arabien und anderen arabischen Ländern besuchen Tunesien und halten ihre Vorträge, dabei nehmen sie keinen Blatt vor den Mund. Tunesien wolle nur den Islam und nichts anderes, das Gesetz sei die Scharia, alles Andere teuflische Gotteslästerung und Mädchen müsse man nun auch beschneiden, skandierte ein Fundamentalist aus Ägypten am letzten Sonntag vor 10000 begeisterten Zuschauern in einer Sporthalle in Tunis. Kein Wunder, dass es solche Hassprediger gibt, kein Wunder, dass sie aggressiv und provokativ auftreten. Was mir aber Kopfzerbrechen bereitet ist die Resonanz, auf die solche Prediger in der tunesischen Bevölkerung stoßen. Natürlich hält die Mehrheit der Tunesier nichts von den Parolen dieser Fanatiker, dennoch wird es einem mulmig, wenn man mitbekommt, dass die Zahl der Sympathisanten für diese Prediger doch größer als angenommen ist. Eine nicht zu unterschätzende Bevölkerungsgruppe ist anfällig für religiösen Fanatismus. Das ist ein Problem. Bekämpfen kann man das jedoch nicht durch kurze hysterische Anfälle in den Medien, sondern durch unerbittliche dauerhafte Aufklärungsarbeit in Sachen Religion und Menschenrechte; ein langer Weg.